Kiffer sind faul und abgestumpft, so das allgemeine Klischee… Cannabis ist eine Einstiegsdroge und führt in eine schwere Abhängigkeit, sagen die meisten Politiker…
Aber warum sind Alkohl und Nikotin dann überall frei erhältlich?
Diese mehr als berechtigte Frage konnte mir bis heute niemand auch nur annähernd zufriedenstellend beantworten, also musste ich mich selbst auf die Suche nach einer hoffentlich einleuchtenden Erklärung machen…
Und ich habe sie gefunden:
Der damalige Vorsitzende des Federal Bureau of Narcotics (FBN), Harry J. Anslinger, zeichnete sich Anfang des 20. Jahrhunderts als treibende Kraft im Kampf gegen Cannabis aus. Die Gründe dafür waren persönlicher Natur und die Anti-Cannabis-Kampagnen machten vor allem durch extremen Rassismus auf sich aufmerksam.
„There are 100000 total marijuana smokers in the US, and most are Negroes, Hispanics, Filipinos, and entertainers. Their Satanic music, jazz, and swing, result from marijuana use. This marijuana causes white women to seek sexual relations with Negroes, entertainers, and any others.“
Harry J. Anslinger im Jahr 1937 vor dem US-Kongress
Durch eine Interessengemeinschaft mit einem Verleger namens William Randolph Hearst, einem Chemiker mit dem Namen Pierre du Pont und Andrew W. Mellon (zu der Zeit Finanzminister und zufällig auch Anslnger’s Schwiegeronkel) gelang es Anslinger am Ende sogar, ein weltweites Verbot durchzusetzen. Dies betraf jedoch nicht nur den Konsum der Droge Cannabis, sondern ebenso Anbau und Verarbeitung.
Aus Hanfpflanzen lassen sich nämlich nicht nur Drogen produzieren, sondern auch Papier und Textilien (beides zudem qualitativ hochwertiger und mit wenig Produktionsaufwand verbunden) . Zudem war ebenso damals schon bekannt, dass sich mit dem im Cannabis enthaltenen THC-Wirkstoff Fortschritte in der Medizin ergaben.
Wenn es darum geht, die Menschheit vor sich selbst zu schützen, sind Regeln und Verbote oftmals sinnvoll. Allerdings liegt durch das Tragen eines T-Shirts aus Hanfleinen wohl kaum eine Gefährdung vor. Für die industrielle Verarbeitung verwendet man in der Regel schließlich männliche Pflanzen, welche einen wesentlich geringeren THC-Wert aufweisen, wodurch eine berauschende Wirkung so gut wie ausgeschlossen ist.
Harry J. Anslinger war sich über all das bewusst und missbrauchte die Drogenpolitik ohnehin nur dazu, um noch mehr Macht zu erlangen, wie er kurz vor seinem Tod zu Protokoll gab. Aber er befand sich ja auch in guter Gesellschaft: Wer sonst sollte ein derartiges Interesse an solch einer Vorgehensweise haben, wenn nicht der Zeitungsmogul Hearst (welcher Verluste zu befürchten hatte, sollte sich aus Hanf gepresstes Papier als effektiver erweisen), der Chemiker Du Pont (dessen Firma synthetische Medikamente produzierte und keine weitere Konkurrenz duldete) und der (nebenbei erwähnt an Du Pont’s Unternehmen beteiligte) Finanzminister Mellon.
Im Verlauf dieser ganzen Aktion untermauerte Anslinger seine Forderung mit diversen Behauptungen, die im Nachhinein alle durch represäntative Studien widerlegt wurden. Unter anderem bestand er damals darauf, Cannabis mache aggressiv und fördere die Gewaltbereitschaft. Nach Ende des 2. Weltkrieges änderte er seine Meinung und erklärte, die Kommunisten missbrauchten Cannabis, um die amerikanische Bevölkerung gefügig zu machen.
Am Ende stellte sich heraus, dass Anslinger’s „fundierte Kenntnisse“ diversen Zeitungsartikeln aus der Klatschpresse entstammen.
Zuvor brachte er es jedoch noch bis zum UN-Beauftragten, was ihm wiederum bei der Durchsetzung einer weltweiten Illegalisierung sehr von Nutzen war.
„Wer nun noch in den USA Marihuana
legalisieren will, verstößt gegen internationale Übereinkommen. Nun kann mir niemand mehr innenpolitisch kommen. Außerdem haben wir international unseren Standpunkt durchsetzen können, was eine Bestätigung des Ansehens der USA ist.“
Harry J. Anslinger vor dem UN-Tribunal
Die Illegalisierung dieser Nutzpflanze ist also allein auf einen Mann zurückzuführen, der sich eine kleine (aber einflussreiche) Lobby geschaffen hat, welche wiederum den Kampf gegen Drogen nur geführt hat, um sich weiterhin persönlich bereichern zu können.
Da Tabak und Alkohol nicht annähernd so vielseitig verwendbar sind und ohnehin bereits allgemein beliebt waren, blieb bloß noch ein möglicher Konkurrent, den es auszuschalten galt: Kampf dem Hanf!
Das hat sich bis heute nicht geändert, obwohl sich nach wie vor auch reiner Nutzhanf produzieren ließe, welcher für den Konsum zudem völlig ungeeignet wäre. Grundsätzlich gibt es also gar keinen Grund, diese Pflanze zu verteufeln, ganz im Gegenteil…
Man stelle sich bitte nur mal vor, um wie viel weniger allein schon die Umwelt belastet würde, könnte man für die Herstellung von Papier und Kleidung eben diesen Rohstoff nutzen. Pflanzen wachsen wesentlich schneller als Bäume, wohingegen Bäume eine große Bedeutung für das globale Klima haben und Lebensräume schaffen. Zudem wäre die Produktion mit Hanf mit wesentlich weniger Aufwand verbunden, sodass sich auch die Kosten senken ließen. Wirtschaftlich betrachtet haben dadurch sowohl Fabrikanten als auch Käufer einen Vorteil.
Und von Zeile zu Zeile wird immer unverständlicher, aus welchem Grund man es vorzieht, weiter die Natur auszubeuten und dafür auch noch Unsummen zu zahlen…